Der Ursprung des Foxterriers
Um unseren Foxterrier zu verstehen, sollte man wissen, woher er stammt und was die ursprüngliche Bestimmung und das Zuchtziel dieses Hundes war.
Erste Aufzeichnungen über den Foxterrier wurden aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Der Name leitet sich aus dem englischen "fox" (Fuchs) und vom latainischen "terra" (Erde) ab. Die Engländer brauchten für ihre Jagden einen Erdhund, der sich farblich gut von der Beute unterschied und klein genug war, um in den Satteltaschen der Pferde mitgeführt werden zu können. Am Ziel sollte dann dieser Hund frisch und ausgeruht die Arbeit der Hetz- und Laufhundmeuten beenden.
Auch heute noch werden Foxterrier wegen ihrer Raubzeugschärfe als Fuchs- und Dachsjänger verwendet, dabei soll er diese Tiere möglichst unversehrt aus dem Bau heraussprengen oder sie notfalls in den unterirdischen Gängen abwürgen. Bei diesen Kämpfen können aber diese mutigen Foxterrier auch schwer verletzt oder sogar getötet werden.
Da Foxterrier in der Regel sehr wasser- und apportierfreudig sind, werden sie auch gern für die Wasserarbeit bei Otter und Ente eingesetzt.
Die für die Jagd bestimmten Hunde wurden sehr gut gepflegt und lebten in Zwingern. Andere hatten es nicht so gut, sie lebten als "räudige Köter" in Pferdeställen und mußten Ratten, Mäuse und Katzen abwürgen.
Logischerweise wurde daher nicht nach Schönheit gezüchtet, sondern nach Leistungsfähigkeit. Es wird vermutet, daß der Foxterrier aus Einkreuzungen mit Beagle, Foxhounds und Bullterriern seinen Ursprung hat. Die drahthaarige Version wurde speziell für Jäger gezüchtet, die sich einen wetterfesten Hund wünschten. Das Fell sollte vor Gestrüpp und Bissen der Beutetiere schützen.
Die Gründung des ersten Foxterrier-Clubs erfolgte in Deutschland 1889. In den 20er, 30er und 40er Jahren erlebte der Foxterrier in Deutschland seine Blütezeit. Allerdings waren die Damen der Gesellschaft mit der Erziehung dieses willensstarken, robusten, draufgängerischen, raubzeugscharfen und pfiffigen Kerlchens schlichtweg überfordert, so daß er in den Ruf kam, dickköpfig, stur, eigensinnig und nicht erziehbar zu sein. Sollte doch plötzlich aus einem selbstbewußten und raubzeugscharfen Jagdhund plötzlich ein braver Vorzeigehund werden!
Ende der 40er Jahre klang die starke Nachfrage und Massenzucht ab, so daß man sich wieder auf die ursprünglichen Werte des Foxterriers besann. Wer sich heute für einen Foxterrier entscheidet, bekommt in der Regel einen wesensfesten, freundlichen, fröhlichen, charmanten, verschmusten, aufmerksamen und arbeitsfreudigen Begleiter. Im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen ist der Foxterrier ein ziemlich robuster Hund, und Tierarztbesuche sind bei ihm selten. Sie können sehr alt werden, ohne wesentlich von ihrer Fitneß einzubüßen.
Das Wesen und die Veranlagung des Foxterriers
Der Foxterrier ist ein fröhlicher, verspielter, aktiver, wendiger und energiegeladener Hund. Er kann aber auch geduldig und gebannt warten. Der Foxterrier ist freundlich, gesellig, anhänglich, verschmust und fordert ständig Beachtung. Er nutzt sofort jede Schwäche aus. Er ist stolz, sehr selbstbewußt und eigenwillig, verfügt über einen ausgeprägen Jagdtrieb und ist raubzeugscharf. Foxterrier verfügen über ein sehr gutes Sehvermögen und sind sehr ausdauernd. Zu den ohnehin schon sehr guten Augen gesellt sich eine sehr gute Nase, findet auch noch bei Hitze jede Spur. Seine Lieblingstätigkeiten sind stöbern, buddeln, Wasserarbeit, Vorstehen und ist auch ein Sichtjäger. Der gut getrimmte und gepflegte Foxterrier ist eine sehr elegante Erscheinung.
Obwohl er wie ein Steiftier aussieht, ist der Foxterrier kein Schoßhund! Ohne Beschäftigung verkümmert er und kommt auf dumme Gedanken. Deshalb ist tägliches Spielen von mindestens einer Stunde ein "muß" - ebenso ausgedehnte Spaziergänge mindestens 2 x am Tag. Diese intelligenten, aufgeschlossenen und liebenswerten Hunde sollten mit Jagd-, Such- Buddel-, Zerr- (Vorsicht Gebiß unter 2 Jahren!) Apportier- und Wasserspielen gefördert werden. Dankbar sind sie auch für Agility, Fährtenarbeit, Wandern sowieso und schwimmen lieben die meisten Foxels ebenso. Für den Schutzdienst ist er nur bedingt geeignet - Ausnahmen bestätigen die Regel. Foxterrier lieben alles, was sie gemeinsam mit ihrem Rudel unternehmen können.
Foxterrier gibt es in zwei Haararten: drahthaarig und glatthaarig. Demnächst werden wir hier auch glatthaarige Vertreter vorstellen.
