Gedanken zur Zucht (Auszug "Mein Freund, der Foxterrier")

Fast jeder, der einen Foxterrier besitzt, beschäftigt sich irgendwann einmal mit dem Gedanken zu züchten.

 

Vorher muss aber eine ganze Menge bedacht werden! Es reicht nicht, einfach nur zwei Hunde miteinander zu verpaaren. Man sollte sich im Vorfeld schon kundig machen, der VDH und teilweise auch der Foxterrierverband bieten Züchterseminare an.

 

Züchten ist für den Erhalt der Rasse eine tolle Sache, man sollte sich aber im Vorfeld schon einige Gedanken machen:

 

Diese Gedanken müssen nicht unbedingt immer erfreulich sein, man sollte sich aber wappnen, womit man rechnen muss und was auf einen zukommen kann.

Ideal ist es, man hat einen erfahrenen Züchter oder Züchterin, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Ø      Habe ich genug Zeit und Platz, um einen Wurf betreuen

zu können?

Ø      Stehen genug finanzielle Mittel zur Verfügung? Sie lesen richtig, mit Züchten verdient man nicht unbedingt Geld, man muss erst einmal eine Menge investieren!

Ø      Gesundheitsscheck für die Hündin/Rüde, idealerweise HD- und Patella-Untersuchung

Ø      Impfungen für die Hündin

Ø      Weitere Tierarztkosten

Ø      Gebühr für den Deckrüden (beim DFV um 300,-- Euro)

Ø      Wurfkiste

Ø      Welpenmilch

Ø      Unterlagen zum Wechseln (es fällt viel Wäsche an!)

Ø      Später Welpenspielzeug oder Einrichtung eines Welpenspielplatzes

Ø      Impfungen für die Welpen

Ø      Wurmkuren

 

Wenn die Welpen größer sind und nicht  gleich aus dem Haus gehen:

 

Ø      Habe ich genug Zeit und Freude, die Welpen weiter zu sozialisieren?

Ø      Habe ich genügend Platz, lange genug die Welpen behalten zu können?

Ø      Habe ich genügend Platz, einen Hund zurücknehmen zu können, wenn’s schiefgegangen oder etwas dazwischen gekommen ist?

 

Ein weiterer Aspekt, der auftreten kann, besteht darin, dass sich die Welpen schon im zarten Alter in die Wolle kriegen können. Für erfahrene Züchter mit Zwingeranlagen kein großes Thema, die Welpen werden nach  Verträglichkeit sortiert und getrennt.

 

Bei Hausaufzucht:

Ø      Habe ich genug Platz, eventuelle „Kampfhähne“ bis zur Abgabe sicher getrennt halten zu können?

 

Es gibt noch weitere Punkte, die im Übereifer des Gefechtes leicht in den Hintergrund treten können - und solche Gedanken weit von sich geschoben werden:

 

Ø      Die Hündin nimmt gar nicht erst auf, bleibt leer

Ø      Die Hündin kann die Welpen verlieren

Ø      Die Hündin kann sterben

Ø      Es können Welpen sterben

Ø      Die Hündin kümmert sich nicht um den Wurf wie erwartet

Ø      Es kommt nur ein großer Welpe zur Welt

Ø      Es kommt ein großer Wurf (ab 6, 7 Welpen)

 

Irgendwann wird die Hündin mal „alt“ – einige Züchter machen nicht mehr als 3, 4 Würfe mit einer Hündin.

 

Was soll mit der „ausgedienten“ Hündin passieren? Habe ich genug Platz und Zeit, ihr einen schönen Lebensabend zu bieten oder trage ich mich mit dem Gedanken, diese Hündin (gilt übrigens auch für Deckrüden!) zu verkaufen?

 

Bei Mehrhundehaltung:

Ø      Wie verfahre ich, wenn sich zwei Hunde nicht mögen?

Ø      Sichere Trennung bei einer läufigen Hündin muss gewährleistet sein, ungewollte Deckakte ausgeschlossen!

 

 Diese Auswahl von Stichpunkten erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit!

Die Hunde müssen nicht nur gesund sein, sie müssen vor allem erst einmal auf einer Ausstellung präsentiert und bewertet werden. Ein Rüde muss mit V („vorzüglich“), eine Hündin mindestes mit „sehr gut“ (Sg) bewertet werden.

 

Hierfür muss der Foxterrier erst einmal standard- und fachgerecht getrimmt werden. Ausstellungstrimming ist keine Sache, die man mal kurz in jedem x-beliebigen Hundesalon erledigen lassen kann. Das Trimmen für eine Ausstellung zieht sich über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen hin.

 

Züchter und Aussteller, die es wirklich können, haben das in jahrelanger Kleinarbeit mühsam erlernt und sich angeeignet und blicken teilweise auf jahrzehntelange Erfahrungen zurück.

 

Unser Foxterrier ist nun getrimmt, die erste Ausstellung steht bevor! Wie läuft so eine Ausstellung ab? Was muss ich da machen? Dies kann man sehr gut bei einem Ringtraining üben und erlernen.

 

Hat man sich kundig gemacht und der Foxterrier alle Hürden genommen, um zur Zucht zugelassen zu werden, kann es losgehen! (Auszug Ende)

 

Unsere persönliche Situation:  

Ich liebe Foxterrier über alles, besonders aber meinen Bero! Sein Wohl geht mir über alles und deshalb steht auch die Frage im Vordergrund: Würde ihn ein 2. Hund glücklich machen? Als Züchter hat man sehr viel Verantwortung, auch dem bereits Vorhandenen gegenüber. Eine Anschaffung will gut überlegt sein. 2 Föxe wollen nicht nur spazieren (auf Jagd!) gehen, sie wollen auch umsorgt und bespielt werden und in der Hundeschule etwas lernen und beschäftigt sein. Kann man das leisten, ohne Bero unglücklich zu machen, wenn er daneben steht und zugucken muß? Würde er die Welt noch verstehen? Erst war Frauli nur für ihn allein da, hat so gern allein mit Frauli Ball gespielt, geknuddelt, alles zusammen gemacht und plötzlich kommt da jemand daher und fängt womöglich seine heißgeliebten Quietisch-Ei-Bälle vor ihm ab? Käme ein negatives Erlebnis nach dem anderen hinzu, würde er mir dann eingehen? Würde mir dadurch, daß Bero die Freude am Leben verleitet werden würde, alles über den Kopf wachsen und ich mit ihm unglücklich werden?

Oft ist Wünschen und Träumen schöner als eine eigene Zucht zu besitzen und es macht mir allein schon Freude, auf Ausstellungen zu fahren. Wir bleiben heute bis ins hohe Alter fit, man kann prüfen, ob man später vielleicht  einmal züchten möchte oder das Zusammenleben mit einem Hund doch schöner ist, dem man seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit schenkt und zusammen alles unternimmt.

Ist es nicht schöner, einem Hund ein dauerhaftes, glückliches Zuhause zu geben als einen Welpen in eine ungewisse Zukunft zu entlassen?

Das Pro der "Adoptiveltern" geht sehr liebevoll mit seinem neuen Hausgenossen um, aber man kann den Leuten leider immer nur bis vor die Stirn schauen!