Vergessen und unterschätzen Sie niemals, daß Sie mit einem kleinen Foxterrier ganz viel Hund bekommen! Der gesunde Foxterrier hat einen enormen Bewegungsdrang und will beschäftigt sein. Ein Foxterrier läßt sich über Motivation sehr gut erziehen, wenn man daran denkt, ein Foxterrier macht nie etwas für umsonst. Er wird Sie jedes Mal "fragen", was für ihn herausspringt. Von unerwünschtem Tun kann man ihn sehr gut durch Umleitung seines unerwünschten Verhaltens in ein Erwünschtes abbringen, bis das Kommando "nein" oder "aus" sitzt.
Wer sich eine "Couchpotato" wünscht, ist mit einem (jungen) Foxterrier nicht gut beraten.
Informieren Sie sich vor der Anschaffung eines Foxterriers gründlich über die Rasse und seine Eigenheiten.
Der Foxterrier ist ein verschmuster, verspielter, fröhlicher und immer gut gelaunter Kobold. Dementsprechend viel fordert er uns auch in punkto Erziehung ab. Erbarmungslos findet dieser kleine, pfiffige Kerl unsere Schwächen heraus und nutzt sie schamlos aus. Das bedeutet natürlich für uns Rudelführer, daß wir noch schlauer sein müssen...
Der Foxterrier ist kein Schoßhund, sondern ein echter Jagdhund mit viel Schneid. Daher möchte er auch seiner Natur gemäß ausgelastet sein. Hervorragend eignen sich Such- und Denkespiele, die fordern und ermüden den Foxl, ohne daß er wie z. B. durch Ballspiele noch weiter aufgepuscht wird. Will man den ohnehin stark ausgeprägten Jagdtrieb nicht ausufern lassen, sollte man auf wilde, lange Ball- und Wurfspiele verzichten, lieber das Spielzeug verstecken und suchen lassen. Darin sind sich inzwischen alle Foxterrierzüchter, die ich kenne, einig, egal, ob es sich um die glatthaarigen oder drahthaarigen Vertreter handelt.
Je nach Temperament braucht es länger oder geht schneller mit der Erziehung des Foxterriers, wobei Hündinnen in der Regel führiger sind als Rüden. Auch wenn man immer konsequent ist, ein weiterer Faktor ist natürlich auch der Mensch, wie schnell und gut er seinem Hund etwas vermitteln und umsetzen kann. Aber: auch wenn man als Mensch noch nicht so gut ist, die Übung bringt's und wenn man am Ball bleibt, dann erhält man für seine Bemühungen einen 100 %ig zuverlässigen Begleiter. Foxterrier sind eigenwillig und weil sie für den Zweck gezüchtet wurden, Fuchs und Dachs aus dem Bau zu sprengen, sehr selbständig. Man darf von einem Foxterrier daher auch keinen "Kadavergehorsam" erwarten.
Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, daß Schläge in der Hundeerziehung (Erziehung überhaupt) nichts zu suchen haben. Übertriebene Härte, Anschreien etc. lassen den Foxl abstumpfen. Er hört dann erst recht nicht mehr - wird störrisch und stur. Finden Sie stattdessen etwas, womit Sie den Hund mitreißen und begeistern, setzen Sie Körpersprache, Stimme etc. ein. Stehen sie nicht wie ein Stockfisch da, bewegen Sie sich, motivieren und animieren Sie ihn, das wirkt bei meinem Wunder.
Von Würgehalsbändern, Kettenwürgern, Stromhalsbändern und Co. halte ich persönlich überhaupt nichts. Ich erwähne das, weil es Leute gibt, die sowas kaufen und auch ausprobieren...(hab ich selbst schon in Einkaufskörben liegen sehen). Es mag sein, daß es für spezielle Ausbildungszwecke und schnelle Erfolge oder bei Problemstellungen nötig sein kann, das kann und will ich nicht beurteilen und kann hier auch nicht diskutiert werden, fest steht, bei meinem Bero ist das nicht nötig. Ebensowenig halte ich von Sprühhalsbändern. Vom Leinenruck bin ich ebenfalls nicht begeistert, gebrauche aber, falls Kommandos nicht ausreichen, ein sanftes Zuppeln, um die Aufmerksamkeit wieder zu erhalten oder ein sanftes An-Ziehen, um Bero nach einem Kommando zu motivieren, sich zu mir in Bewegung zu setzen. Ich persönlich bevorzuge ein Geschirr und keine Halsbänder (ich habe aber notfalls für die Ausbildung eins dabei). Der Grund herfür ist, daß Foxterrier für den Grünen Star anfällig sein können (bisher hatte das zum Glück keiner von den 3 Vorgängern) und der Kopf entlastet sein soll.
Hinweis: Im Motivationsseminar, das wir zu Ostern besucht hatten, wurde ausdrücklich von Anja D. nochmals darauf hingewiesen, daß Schnauzengriff, auf den Rücken werfen und schon gar nicht der Nackengriff (=totschütteln!) in der (allgemeinen) Hundeerziehung etwas zu suchen haben. Leider bekommt man diese "Ratschläge" noch allzu oft zu hören - deshalb erwähne ich dies auch. Ist man schon so weit, oben Genanntes in Erwägung zu ziehen, kann einem nur noch ein erfahrener Hundetrainer helfen, allein wird man echte Probleme nicht mehr in den Griff bekommen, weil hier unbedingt eine Verhaltensänderung durch den Halter erfolgen muß!
Und hier kommen wir zu einen ganz wichtigen Punkt: Ehe man dem Hund eine Übung abverlangen kann, muß man erst einmal seine Aufmerksamkeit erwecken und haben. Wenn Foxi schnüffelt, aufgeregt anderen Hunden hinterherschaut und gar nicht bei der Sache ist, kann man sich den Atem sparen und "Sitz", Platz, Fuß oder Komm" zu verlangen. Ich muß da auch noch an mir arbeiten, ich gehöre (noch) zu den Kanditaten, die zuviel auf Foxi einreden.
Schon während wir unseren Foxl zur Stubenreinheit erziehen und ihn mit anderen Hunden sozialisieren, ist eines der ersten Kommandos, die wir unserem Foxl beibringen, "Komm". Hier nutzen wir einfach den natürlichen Folgetrieb des Hundes aus.
Es gibt Foxterrier, denen es genügt, nur "Haushund" zu sein (unser zweiter, Aron, war so ein Vertreter) und seine Runden zu drehen, Bero genügt es nicht. Wenn man Literatur über Hunde liest, wird man oft auf den Hinweis treffen, daß Hunde ursprünglich eine Aufgabe hatten. Um mit einem Foxl arbeiten und ihn ausbilden zu können, muß er erst einmal über einen gewissen Grundgehorsam verfügen. Ich/wir haben lange daran gearbeitet, ihm dies zu vermitteln und dieser Prozeß wird sich noch lange hinziehen. Bisher hatte Bero's überschäumendes Temperament und fehlender Grundgehorsam verhindert, daß wir an etwas teilnehmen konnten, so war auch der Versuch, Dog Dancing zu betreiben, zum Scheitern verurteilt. Aber nun sind wir so weit, daß wir die ersten Anfänge mit Hundesport wagen können! Wir probieren einfach die angebotenen Sachen aus und entscheiden, was Foxl Bero und mir am meisten zusagt. So sind wir zur "Vielseitigkeit" bzw. Turniersport gekommen. Das, was was wir uns ausgesucht haben, beinhaltet sowohl Elemente aus dem Agility als auch aus der Unterordnung, das Team läuft dabei immer gemeinsam.
Wir freuen uns schon auf den Start am 6. April 2008 und werden auch berichten, wir wir beiden uns machen und was wir machen.